Einlasskontrollen bei kommendem Auswärtsspiel in Osnabrück

allgemein

Hallo Hansafans,

vor kurzem erreichten uns Gerüchte, dass für die Einlasskontrollen der Gästefans bei unserem am Sonnabend, den 31.03.2018 stattfindenden Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück unter anderem sogenannte „Durchsuchungszelte“ eingesetzt werden sollen. Die bereits im letzten Jahr absolut nicht nachvollziehbaren und unnötigen Verzögerungen beim Einlass im Hinterkopf, welche dazu führten, dass eine Vielzahl von Hansafans erst nach Beginn der ersten Halbzeit, teilweise bis zur Halbzeitpause, den Gästeblock haben betreten können, haben bei uns das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht. Wir haben uns daher in einer Mail an den VfL Osnabrück gewandt und möchten Euch dies nicht vorenthalten. Im Verlauf des heutigen Tages wurden wir per Mail darauf hingewiesen, dass eine Durchsuchung in solchen Zelten nicht geplant sei, worüber wir natürlich ebenso informieren möchten.

BWRH an VfL Osnabrück:
Sehr geehrter Herr Hülsmann,
sehr geehrte Damen und Herren,

im Hinblick auf das am Sonnabend, den 31.03.2018 um 14 Uhr bevorstehende Gastspiel unseres F.C. Hansa Rostock beim VfL Osnabrück wenden wir uns im Namen unserer mehr als 800 Mitglieder vertrauensvoll an Sie.

In Anbetracht unseres letztjährigen Gastspiels im Stadion an der Bremer Brücke, bei welchem viele Fans des F.C. Hansa ohne jedweden Grund wegen unprofessioneller Arbeit des von Ihnen eingesetzten Ordnungsdienstes sowie nicht nachvollziehbarer Verzögerungen beim Einlass erst weit nach Beginn der ersten Halbzeit, teilweise bis zur Halbzeitpause, den Gästeblock haben betreten können, hoffen wir, dass sich dies in diesem Jahr nicht wiederholen wird.
Vor dem Hintergrund dessen, dass auch Ihnen hinlänglich bekannt sein sollte, dass der F.C. Hansa Rostock über eine reisefreudige und seine Mannschaft auch in der Ferne zahlreich unterstützende Fangemeinde verfügt, kann vernünftigerweise erwartet werden, dass dies berücksichtigt wird und dementsprechend auch ausreichend Personal für den Einlass zur Verfügung steht; gleichzeitig, dass genug Stadiontore geöffnet sind und ein geordneter sowie zügiger Einlass gewährleistet wird.

Überdies möchten wir darauf aufmerksam machen, dass uns Gerüchte erreichten, wonach für den Sonnabend geplant ist, sogenannte Durchsuchungszelte am Einlass aufzustellen und diese zur Kontrolle von Hansafans einzusetzen. Unabhängig von der Validität dieser Gerüchte weisen wir vorsorglich darauf hin, dass eine solche Maßnahme in unseren Augen menschenunwürdig und nicht akzeptabel ist. Kontrollen in Durchsuchungszelten werden Hansafans nicht hinnehmen.
In der Verfassung verankerte Grundrechte gelten auch an Stadiontoren. Derlei Maßnahmen sind im Hinblick darauf, dass es sich nach wie vor um ein Fußballspiel in der 3. Liga und keinen Gefängnisbesuch, um Fußballfans und keine Terroristen handelt, weder verhältnismäßig noch ansatzweise vertretbar.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns auf sportlich spannendes und stimmungsvolles Spiel am Sonnabend im Stadion an der Bremer Brücke, bei welchem der Einlass professionell und ohne Vorkommnisse vonstatten geht.

Hanseatische Grüße

Blau-Weiß-Rote Hilfe Rostock

Antwort VfL Osnabrück an BWRH:
Sehr geehrte Blau-Weiß-Rote Hilfe Rostock,

vielen Dank für Ihr Schreiben im Hinblick auf unser gemeinsames Spiel am kommenden Samstag und die darin enthaltenen Hinweise und Anmerkungen.

Wir vom VfL Osnabrück möchten selbstverständlich auch unseren Fans aus Rostock ein guter Gastgeber sein und haben dementsprechende Vorkehrungen getroffen und unsere internen Abläufe im Gästebereich und dem dortigen Zugang analysiert und überarbeitet. Eines der Ergebnisse hieraus ist, dass wir als VfL Osnabrück nun ein zusätzliches Schreiben mit Faninformationen an unsere Gäste mit direktem Bezug zum Einlass und den Gästebereich hier im Stadion versenden. Dieses finden Sie im Anhang dieser E-Mail.

Darüber hinaus teile ich Ihnen mit, dass bei die Ihnen aufgekommenen Gerüchte zum Thema „Durchsuchungszelte“ vollkommen unbegründet sind. Solche Zelte wird es bei unserem Spiel am Samstag nicht geben.

Sollten von Ihrer Seite noch weitere Fragen oder Anmerkungen vorliegen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit lila-weißen Grüßen

Werner Nordlohne

Fanbeauftragter

Dem erwähnten Dokument ist unter anderem zu entnehmen, dass stattdessen aber geplant ist, dass alle Fans an einer zweiten geplanten Eingangsschleuse freiwillig „alle Gegenstände aus den (Hosen-, Jacken-, Bauch-, Hand-) Taschen“ nehmen und in eine Box legen sollen. Danach findet eine Durchsuchung der Klamotten am Körper statt, nach der man wieder alle Sachen einpacken darf.

Damit zweifeln wir schon jetzt daran, dass alle Hansafans rechtzeitig zu Spielbeginn im Stadion sein werden. Wir finden diese Form der Kontrolle darüber hinaus aber auch grundsätzlich nicht akzeptabel. Es gibt keinen Grund für die Annahme einer Sicherheitsgefährdung, die solche Kontrollen rechtfertigen würde. Man muss sich schon fragen, was eigentlich in der Vergangenheit passiert ist, dass man sich als Fussballfan derartigen Kontrollen aussetzen muss? Welche Form von Anschlägen gab es, die es rechtfertigen würden, Kontrollen ähnlich wie an einem Flughafen durchzuziehen?
Grundsätzlich ist eigentlich nur die Polizei und dies auch nur unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt, eine Person zu durchsuchen. In Osnabrück soll man sich unter Aufgabe seiner Rechte freiwillig einer Durchsuchung seiner Sachen durch private Ordner unterwerfen. Die geplante Form von Regulierung der Kontrolle am Einlass in Osnabrück ist ersichtlich die Vorstufe für die Einführung von Drehkreuzen mit Metalldektoren, Gesichtsscannern und Ähnlichem.

Aufgrund dessen möchten wir daran appellieren, dies in Osnabrück oder wo auch immer eine derartige Einlasskontrolle durchgeführt werden soll, im Hinterkopf zu behalten sowie sich dagegen friedlich, aber bestimmt auszusprechen. Ähnliches gilt natürlich auch, sollten wider Erwarten doch Durchsuchungszelte aufgestellt werden. Der immer weitergehenden Drangsalierung mit immer absurderen Maßnahmen muss Einhalt geboten werden. Denkt dabei nicht nur an Euren momentanen und persönlichen Stadionbesuch, sondern seid solidarisch mit allen anderen Hansa-, wie auch generell Fußballfans.

Schlauchschals sind am Sonnabend demnach auch verboten, aufgrund vermeintlich negativer Erfahrungen damit. Weshalb einfache Schals dann noch erlaubt sind, erschließt sich uns nicht.

Wir freuen uns auf ein sportlich spannendes und stimmungsvolles Spiel am Sonnabend beim VfL Osnabrück, bei welchem der Einlass zügig vonstatten geht und die drei Punkte am Ende mit an die Ostsee zurückreisen.

Hanseatische Grüße

Blau-Weiß-Rote Hilfe Rostock